Risiken der Kernkraft

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Risiken bei Produktion und Transport von Kernbrennstoffen

Die Lieferkette von Atombrennstoff kann in 14 Kettenglieder aufgeteilt werden. Jedes Kettenglied ist verbunden mit hoher technischer Intensität, immenser Naturbelastung und hohen Umweltrisiken.

Abbau

Der Abbau von Uran ist aus Strahlenschutzgründen extrem schwierig. Die Ressourcen sind begrenzt (Schätzung von 1993 - ca. 22 Jahre). Mit schwindenden Ressourcen werden die Preise für Uran erheblich steigen. Zahlreiche Länder verfügen über keine eigenen Vorkommen (auch Deutschland !) und befinden sich in Abhängigkeit zu anderen Ländern.

Transport des Rohmaterials

Das uranhaltige Roherz muss zu einer Mühlenanlage transportiert werden. Das Material ist wegen seiner Strahlenbelastung mit Risiken verbunden.

Erster Zwischenfertigungsprozess

Das Natururan wird zu Uranoxid (Gelbkuchen) raffiniert. Es bestehen erhebliche Strahlungsrisiken für die am Prozeß beteiligten Menschen und die Bevölkerung im Umfeld der Fertigungsanlagen.

Transport des Gelbkuchens zur zweiten Zwischenfertigung

Der Gelbkuchen wird zu einer weiteren Zwischenfertigungsanlage transportiert, verbunden mit erhöhten Strahlenbelastungsrisiken für die Ausführenden und die Bevölkerung auf dem Transportweg.

Zweiter Zwischenfertigungsprozess

Aus dem Gelbkuchen wird Uranhexafluorid hergestellt. Es bestehen erhebliche Strahlungsrisiken für die am Prozeß beteiligten Menschen und die Bevölkerung im Umfeld der Fertigungsanlagen.

Transport des Uranhexafluorids zur dritten Zwischenfertigung

Das Uranhexaflourid wird zu einer weiteren Zwischenfertigungsanlage (Urananreicherung) transportiert, verbunden mit weiterhin erhöhten Strahlenbelastungsrisiken für die Ausführenden und die Bevölkerung auf dem Transportweg.

Herstellung der atomaren Brennstäbe

Aus dem Uranhexaflourid werden die atomaren Brennstäbe hergestellt. Es bestehen erhebliche Strahlungsrisiken für die am Prozeß beteiligten Menschen und die Bevölkerung im Umfeld der Fertigungsanlagen.

Transport der Brennstäbe zum Atomkraftwerk

Die Brennstäbe werden zu einem Atomkraftwerk transportiert mit nochmals erhöhten Strahlenbelastungsrisiken für die Ausführenden und die Bevölkerung auf dem Transportweg.

Stromgewinnung im Kraftwerksbetrieb

Es wird angenommen, dass schon der Normalbetrieb eines Atomkraftwerkes (Atomkraft) mit gesundheitlichen Risiken für die umwohnende Bevölkerung verbunden ist. Statistiken belegen in den betroffenen Bereichen gegenüber dem Durchschnitt in der Gesamtbevölkerung ein höheres Vorkommen von Krebserkrankungen. Im Kraftwerksbetrieb können aber auch Störfälle auftreten. Allein im 1. Quartal 2009 sind in den 17 Atomkraftwerken in Deutschland 29 meldepflichtige Störfälle aufgetreten. Jeder Störfall birgt die Gefahr, dass Radioaktivität freigesetzt und sowohl am Kraftwerksprozeß beteiligte Menschen als auch die in einem mehr oder minder großen Umfeld zum Kraftwerk lebenden Menschen kontaminiert werden. Ein großer Störfall (Gau) kann unbeherrschbar sein und dazu führen, daß weite Teile eines Landes zerstört, entvölkert und auf unabsehbare Zeit unbewohnbar sind. Der am 26. April 1986 im Lenin-Atomkraftwerk, Block 4, Tschernobyl (Atomkraft) aufgetretene große Störfall hat dazu geführt, daß z.B. im 2.200 km entfernten Deutschland die Böden über Jahrhunderte mit radioaktivem Caesium belastet wurden.

Ein Atomkraftwerk benötigt zur Aufrechterhaltung seines Betriebs ständig Kühlwasser. Deshalb befinden sich die Standorte von Atomkraftwerken grundsätzlich in der Nähe von Flüssen. Das nach Durchlauf durch den Kühlpozeß wieder in den Fluß zurückgeleitete Wasser ist aufgewärmt und schädigt die Flußökologie. Ein Hochwasser führender Fluß birgt erhebliche Gefahren für den Betrieb des Kraftwerkes. Das Kraftwerk muß zur Gefahrenabwehr abgeschaltet werden. Eine Abschaltung ist auch bei Niedrigwasser führenden Flüssen erforderlich. Dies kann dazu führen, daß bei einer längeren Dürreperiode die Energieversorgung eines Landes oder wegen der Vernetzung der Stromnetze gar eines Teiles eines ganzen Kontinentes zusammenbrechen kann.

Transport der verbrauchten Brennstäbe zur Wiederaufbereitungsanlage

Die verbrauchten Brennstäbe können erneut aufbereitet werden. Dafür gibt es im EG-Raum lediglich je eine Anlage in Frankreich (La Hague) und in Grossbritannien (Sellafield). Die Brennstäbe müssen von den Atomkraftwerken zum Zwecke der Wiederaufbereitung dorthin transportiert werden. Dies ist nur unter hohen Sicherheitsauflagen in speziellen Transportbehältern (Castoren) möglich. Die Transporte sind dennoch mit erheblichen Risiken verbunden. Sie werden deshalb regelmässig von Atomkraftgegnern mit transportbehindernden Aktionen bekämpft.

Wiederaufbereitung der Brennstäbe

Der Aufbereitungsprozess ist, vergleichbar mit dem Betrieb eines Atomkraftwerkes, mit erheblichen Sicherheits- und Umweltrisiken verbunden. Er benötigt erhebliche Kühlwassermengen. Die Wiederaufbereitungsanlagen sind deshalb an Meeren positioniert. In letzter Zeit wurde in anliegenden Gewässern mit grossem Umgriff Temperaturveränderungen und Ausfälle der Seefischerei reklamiert, was bisher nicht bestätigt ist.

Rücktransport der aufbereiteten Brennstäbe zum Atomkraftwerk

Risiken wie beim Transport der verbrauchten Brennstäbe zur Wiederaufbereitungsanlage

Transport der nicht mehr aufbereitungsfähigen Brennstäbe zur Endlagerung

Nach ggf. mehrmaliger Wiederholung der Vorgänge 9. bis 12. werden die nicht mehr aufbereitungsfähigen Brennstäbe zur Endlagerung transportiert. Dies ist nur unter hohen Sicherheitsauflagen in speziellen Transportbehältern (Castoren) möglich. Die Transporte sind dennoch mit erheblichen Risiken verbunden. Sie werden deshalb regelmässig von Atomkraftgegnern mit transportbehindernden Aktionen bekämpft.

Endlagerung

Die nach wie vor radioaktiven Brennstäbe werden endgelagert. Die Halbwertzeit beträgt 100.000 Jahre. Die Eignung des in Deutschland vorhandene Endlagers Gorleben ist umstritten. Das Zwischenlager Asse muss wegen radioaktiver Gefährdung des Grundwassers in der Region geräumt werden.

Die Suche nach geeigneten Endlagern ist weltweit nicht gelöst und wird sich schwierig gestalten. Aktivisten gegen die Atomkraft vertreten sogar die Ansicht, daß es auch kein sicheres Endlager geben kann, weil die Erde ein bewegter Planet ist und die Oberfläche bis in größte Tiefen ständigen Veränderungen unterworfen ist.

Zitat von Vertretern der Kernenergie selbst: "Offen ist, wie mit den restlichen zehn Prozent (radioaktiver Müll) verfahren werden soll, bei denen es sich um hochradioaktive, wämeentwickelnde Abfälle (HAW) aus kerntechnischen Anlagen handelt. Sie enthalten 99 Prozent der gesamten Radioaktivität." [1]

Der genannte Restmüll enthält das hochgefährliche Gift Plutonium. 0,000001 g davon reichen aus, Lungenkrebs zu erzeugen. Die nach uns lebenden Generationen werden diese "Schätze" 100.000 Jahre bewachen und verhindern müssen, daß sie nicht in die Umwelt gelangen oder von Terroristen missbraucht werden!

Weblinks

Atom-Anlagen in Deutschland - Eigentümer, Leistung und Störfälle (Stand: Juni 2006)